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Monster Man
USA 2003
Deutscher Titel: Monster Man - Die Hölle auf Rädern
Genre: Horrorkomödie
Regie: Michael Davis
Produkton: Lionsgate-Production
Deutsche ...
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Soziales, Gesellschaft und Politik »
Ein-Euro-Jobs außer Kontrolle?!
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Ein-Euro-Jobs außer Kontrolle?!
20.04.2007 von Sandy-x
Das Hartz-IV-Gedönse hat mich an und für sich eigentlich schon viel zu viel Webspace gekostet, aber der Zufall, mein persönliches Interesse oder was auch immer, will es dass ich ständig im Web über das Thema stolpere. Meistens reg ich mich dann so auf dass ich einen Artikel schreiben muss um mich danach evtl. ein bisschen besser zu fühlen.
Für alle die's noch nicht genau wissen. Ein-Euro-Jobs sind sogenannte Zusatzjobs und Teil der Hartz IV-Arbeitsmarktreform. Arbeitslose die zugleich Arbeitslosengeld 2-Empfänger sind werden im Rahmen des HartzIV-Projektes in zusätzliche Tätigkeiten gesteckt. Zusätzlich weil es sich dabei um Tätigkeiten handelt die normalerweise niemand erledigt. Das ist deswegen so, weil Ein-Euro-Jobber unter keinen Umständen den ersten Arbeitsmarkt verzerren sollen. D.h. ein Ein-Euro-Job darf keine offene Arbeitsstelle des ersten Arbeitsmarktes besetzen und zu mehr Arbeitslosigkeit führen. Offiziell werden diese Jobs auch "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung" genannt. Die beschäftigten ALGII-Empfänger erhalten eine Mehraufwandsentschädigung in Höhe von 0,80-1,60 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde.
Dabei ist es so, dass die Ein-Euro-Jobber nicht bloße Lückenfüller für ansonsten unerledigte Jobs sind sondern die Maßnahmen sollen zur Wiedereingliederung und Rückführung auf den ersten Arbeitsmarkt dienen.
Soweit die Theorie, das die Praxis anders aussieht dürfte mittlerweile jeder schon mal gehört haben, sofern man gelegentlich Zeitung liest oder fern sieht.
Deswegen will ich jetzt nicht unbedingt auf die allgemeinen Mängel der tatsächlichen Praxis sondern eher auf das Thema des "außer Kontrolle geratens" eingehen.
Ein-Euro-Jobs werden zur Zeit an den Jobcentern so zahlreich vermittelt wie Ärzte Rezepte ausstellen. Das hat dazu geführt das mittlerweile mehr als eine Millionen Menschen in Deutschland einem Ein-Euro-Job nachgehen. Das gute wenn man das als etwas gutes betrachtet, sie verschwinden von der Statistik. Nachteil, sie sind immer noch arbeitslos und Beziehen ALGII. Noch größerer Nachteil, sie kosten neuerdings einen Riesenbatzen mehr Steuergelder wie vorher.
Denn Ein-Euro-Jobs lohnen sich für Kommunen und Wohlfahrtsverbände nicht nur, weil sie ihnen billige Arbeitskräfte bescheren. Im besten Fall kassieren die Städte und Gemeinden doppelt. Denn die Jobcenter, in denen sich Kommunen und Arbeitsagenturen gemeinsam um die Langzeitarbeitslosen kümmern, zahlen jedem Träger, der einen Zusatzjobber einstellt, eine Pauschale. Ursprünglich betrug die Pauschale pro Jobber 500 Euro. Seit Januar 2005 kann diese beliebig hoch sein und durchaus auch über 1000 Euro liegen; die Höhe wird mit dem Jobcenter ausgehandelt. Der geringste Teil davon ist der Lohn von 120 bis 180 Euro für den Arbeitslosen. Der Rest ist für Verwaltungsaufwand und Qualifizierung gedacht.
Diese "Kosten" wiederum werden von Experten als eher gering eingeschätzt, da innerhalb typischer Ein-Euro-Job-Tätigkeiten, kaum bis gar keine Qualifikation erworben wird. Meist handelt es sich um einfache Tätigkeiten die schlicht erledigt werden ohne das dadurch nennenswerter Verwaltungsaufwand entsteht. Fördermaßnahmen finden in der Regel nicht statt.
Die meisten Tätigkeiten sind Hilfsarbeiten wie die soziale Pflege, Gartenarbeiten, Möbelpackerjobs, mitarbeit in sozialen Essensausgaben, Pförtnerjobs, einfache Maschinenbedienung in Produktionsstraßen, Reinigungsarbeiten, Kinderbetreuung, einfache oder minder qualifizierte Reparaturdienste usw....
Allesamt Tätigkeiten in denen für gewöhnlich ungelernte Hilfsarbeiter engagiert werden, welche aber mehrt kosten würden und ohne monatlich fette Beute durchs Amt mitfinanziert würden.
Da die Kosten für die Arbeiter denkbar gering sind bleibt von den 500-1000 Euro pro Arbeiter für den jeweiligen Träger natürlich ein nicht unbeachtlicher Batzen hängen. Bedenkt man das manche gemeinnützige Gesellschaft fast ausschließlich Ein-Euro-Jobber beschäftigt, so z.B. die Neue Arbeit in Stuttgart.
Das alles erscheint relativ absurd, denn wenn ich recht verstehe dann werden Arbeitslose in Tätigkeiten gesteckt für die unter normalen Umständen ein tariflich festgesetztes Gehalt zu entrichten wäre. Der Umstand aber dass es sich im jeweils konkreten Fall um einen Zusatzjob handelt führt dazu dass nur ein extrem mickriges Gehalt gezahlt wird welches eigentlich gar kein Gehalt ist und darüber hinaus noch nicht einmal vom "Arbeitgeber" selbst aufgebracht werden muss, weil man für jeden Jobber eine staatliche Belohnung in Höhe von mindestens 500 Euro kassiert.
Ich kann mir nicht helfen aber es will mir einfach nicht in den Kopf wie auf diesem Weg der Arbeitsmarkt reformiert und insbesondere saniert werden soll. Ganz zu schweigen von einer möglichen Entlastung des Steuerzahlers, schließlich wird der Zuschuss an die Träger aus Steuermitteln finanziert. D.h. wir alle zahlen für den Rotz und sind noch nicht mal gefragt worden.
Ich persönlich hab' mich schon gefragt, warum die nicht einfach die 500 Euro den Arbeitslosen so in den Arsch blasen, wenn die Mehrzahl nach dem Ein-Euro-Job sowieso nicht auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden und weiter arbeitslos bleiben, hätte man sie doch gleich daheim sitzen lassen können. Sicher bestimmte Arbeiten wären dann unerledigt geblieben, aber angeblich handelt es sich sowieso um zusätzliche Arbeiten die vorher ja auch keiner gemacht hat, wozu also Ein-Euro-Jobs?
Außerdem wäre so der ein oder andere Arbeitgeber gezwungen gewesen regulär Arbeitskräfte einzustellen anstatt Arbeitsplätze abzubauen um diese mit Zusatzjobbern zu belegen, wie manchenorts passiert. Krassester denkbarer Fall ein Arbeiter der seinen eigenen Job als Ein-Euro-Job weiter nachgeht, gleiche Person, gleiche Firma nur eben arbeitsloser Zusatzjobber und vom Jobcenter subventioniert, Krank sowas!
Es häufen sich u.a. die Fälle, in denen selbst Kommunen lieber Ein-Euro-Jobber die Arbeit machen lassen, als einen privaten Betrieb zu beauftragen. Reguläre Arbeitsplätze werden verdrängt. Kommunen setzten Arbeitslose immer öfter an Stellen ein an denen zuvor noch Firmen beauftragt wurden.
Vor allem auch im Bereich der Baubranche viele Aufträge werden "am Markt vorbei abgewickelt".
Laut Gesetz müssen die auf zwölf Monate und 30 Stunden pro Woche begrenzten Ein-Euro-Stellen "gemeinnützig" und vor allem "zusätzlich" sein. Doch besonders letzteres ist ein dehnbarer Begriff.
Billige Arbeitskräfte kommen den Kommunen und Wohlfahrtsverbänden gerade recht. Nach Berechnungen des Instituts für Urbanistik häufen Städte und Gemeinden bis 2009 einen Investitionsstau von 650 Milliarden Euro an. Seit Anfang der neunziger Jahre haben sie die Zahl ihrer Beschäftigten halbiert. Da bleibt viel Arbeit liegen und vieles wird "zusätzlich".
Ein mieses Spiel dabei ist dass gerade abgesetzte reguläre Stellen der Verwaltung mit Ein-Euro-Jobbern besetzt werden mit dem Argument diese seien zusätzliche Arbeiten, weil es dafür schließlich keine Stellen gebe.
Die Liste des Missbrauchs ist lang.
Besonders betroffen sind danach die Branchen, die schon bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die beliebtesten waren: der Pflegebreich, der Garten- und Landschaftsbau, sowie alles, was mit Reinigung oder Renovierung zu tun hat.
So wollte die Stadt Recklinghausen mehrere hundert Ein-Euro-Jobber die Sportanlagen der Stadt sanieren lassen. Rostock und Eberswalde lassen notwendige Arbeiten im Zoo erledigen, in Fraureuth bei Zwickau malern und tischlern Zusatzjobber für kommunale Räume. In Hamburg kürzte der Senat die Anzahl der Deutschstunden für Migranten, Ein-Euro-Jobber schließen die Lücke wieder. In Gummersbach ersetzt ein kommerzieller Krankentransporteur einen festangestellten Fahrer durch einen vom Krankenhaus ausgeliehenen Ein-Euro-Mann.
Beim Umzug einer Dienststelle des Bezirksamts Berlin-Neukölln schleppten Langzeitarbeitslose die Kartons statt eines privaten Transportunternehmens. Maler- und Renovierungsarbeiten in den Berliner Schulen werden nach Beobachtung der Lehrergewerkschaft GEW "fast ausschließlich" von Ein-Euro-Jobbern erledigt. Die Industrie- und Handelskammer Hannover berichtet von einer auf Pflege spezialisierten Zeitarbeitsfirma, die gerade Mitarbeiter entlassen musste, weil sie nach der Einführung der Zusatzjobs die Hälfte ihrer Aufträge verlor.
Die Kommunen gehen offenbar clever vor. Häufig würden den Betrieben nur Teile der Aufträge gekündigt, so dass die Firmeninhaber sich weiter gut stellen müssten mit der Stadt und nicht lautstark Kritik übten, berichtet Christine Sudhop vom Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks.
Bisweilen entgleist die Regelung ins Paradoxe: Im niedersächsischen Städtchen Ronnenberg machte sich ein Arbeitsloser selbständig mit einem Einkaufservice für Senioren, eine von der Arbeitsagentur geförderte Ich-AG. Er ärgert sich noch heute, dass sein Geschäft ihm ausgerechnet durch die Stadt kaputtgemacht wurde, die für denselben Service eine Ein-Euro-Kraft anstellte.
Der blanke Hohn!
Aber irgendwie wohl doch nicht wirklich außer Kontrolle eher total unter der Kontrolle der Kommunen die sich damit ins scheinbar gemachte Nest setzen, frägt sich nur wie lange das ganze noch finanzierbar bleibt bzw. wann die Kacke zu dampfen beginnt. Bis jetzt läuft ja alles noch scheinbar sehr gut, zumal sich die Berliner Sesselpupser erst kürzlich gegenseitig auf die Schulter geklopft haben wegen der "gesunkenen" Arbeitslosenrate. Nur weil es insgesamt ca. 2,6 Millionen Ein-Euro-Jobs, ABM Maßnahmen oder sinnlose Lehrgänge gibt, die dazu führen das Arbeitslose nicht als arbeitslos geführt werden müssen.
Tolle Leistung, ich gratuliere! Gut das hier alles so toll unter Kontrolle ist, da kann sich der Steuerzahler beruhigt schlafen legen, in dem Wissen das alles schön und anscheinend wie geplant glatt läuft. Gut zu wissen das man im Sozialstaat Deutschland so toll aufgehoben ist.
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